Häufig gestellte Fragen

Was ist Biodiesel?

Biodiesel ist ein Dieselkraftstoff, dessen Eigenschaften weitgehend normalem Diesel entsprechen. Biodiesel ist ein Methylester, der sich unter anderem aus pflanzlichen Ölen herstellen lässt. In Europa wird am häufigsten Rapsöl (Rapsmethylester, RME) verwendet, aber andere Öle wie Sonnenblumenöl und Sojaöl lassen sich ebenfalls verwenden. Daneben werden Altfett (Frittierfett) und tierische Fette als Rohstoff verwendet.

Welche Qualität hat Biodiesel?

Für Biodiesel gibt es eine internationale Qualitätsnorm. Bei der Herstellung von Biodiesel ist die europäische Norm EN 14214, eine Produktnorm für reinen Biodiesel, zu beachten.  Diese Norm gewährleistet Biodiesel in einer hochwertigen, akzeptablen Form. Um diese Qualitätsnorm einzuhalten, verwenden die Mitglieder des Verbands der niederländischen Biodieselindustrie (VNBI) vor allem Raps als Rohstoff. Palmöl, das in großen Teilen der Welt als Rohstoff verwendet wird, ist für die nordeuropäischen Länder weniger geeignet. In kälteren Jahreszeiten wird Palmöl schnell dickflüssig.

Was sind Biokraftstoffe?

Biokraftstoffe sind flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die aus Biomasse gewonnen werden. Biokraftstoffe können fossile Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel ersetzen. Biokraftstoffe werden schon seit 100 Jahren verwendet. Rudolf Diesel, der Erfinder des Dieselmotors, ließ seine Motoren schon zum Ende des 19. Jahrhunderts auf Erdnussöl laufen, während Henry Ford zu Beginn des vorigen Jahrhunderts als nächstliegender Kraftstoff für sein Modell T Bioethanol vor Augen schwebte. Es gibt verschiedene Arten von Biokraftstoffen (siehe auch Punkt 3). Im Handel sind heute bereits Pflanzenöl (Pöl), Biodiesel, Bioethanol und Öl aus Rückständen erhältlich. Daneben sind neue Herstellungsverfahren ein wichtiges Forschungsthema.

Welche Biokraftstoffe gibt es?

Im Handel sind heute reines Pflanzenöl (Pöl), Biodiesel, Bioethanol und Öl aus Rückständen erhältlich. Klicken Sie hier für nähere Informationen.

Was ist unter Biokraftstoffen der ersten und zweiten Generation zu verstehen?

Mit den Begriffen Biokraftstoff der ersten und der zweiten Generation soll deutlich gemacht werden, dass es zwischen der Reduzierung der CO2-Emissionen durch die verschiedenen Biokraftstoffe große Unterschiede geben kann. Die Biokraftstoffe, wie Biodiesel beispielsweise aus Rapsöl oder Sonnenblumenöl und Alkohol aus Zuckerrüben oder Mais, werden häufig als Biokraftstoffe der ersten Generation bezeichnet. In einigen Ländern, wie Frankreich, Deutschland, Spanien, den Vereinigten Staaten und Brasilien sind sie schon seit Jahren im Handel und senken die CO2-Emissionen um bis zu 50 %. Die weitere Entwicklung von Biokraftstoffen hat zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um rund 90 % geführt. Im Allgemeinen basieren diese Biokraftstoffe auf einer moderneren Produktionstechnologie (wie der Fischer-Tropsch-Synthese (FT) und der Cellulose-Fermentation), aber auch mit relativ einfachen Produktionstechnologien können Biokraftstoffe hergestellt werden, mit denen sich die CO2-Emissionen um bis zu 90 % senken lassen. Kurzum, anstelle einer Unterscheidung zwischen erster und zweiter Generation könnte man besser vom ökologischen Potenzial der Biokraftstoffe sprechen.

Kann ich für mein Auto Biodiesel verwenden?

Wenn Sie Diesel tanken, fahren Sie schon heute mit einem Gemisch, das zu 95 % aus Diesel und zu 5 % aus Biodiesel besteht. Dies wurde in der europäischen Norm EN 590 festgelegt (Normierung von Dieselkraftstoffen für Pkws und Nutzfahrzeuge). In vielen Fällen kann Biodiesel sogar in einem Anteil von bis zu 20 % problemlos beigemischt werden. Für das Tanken von Biodieselvarianten mit einem Anteil über 20 % oder sogar 100 % sollte das Fahrzeug allerdings freigegeben sein.

Wo kann ich Biodiesel tanken?

Klicken Sie hier, um die Karte mit Biodiesel-Tankstellen in den Niederlanden zu öffnen.

Klicken Sie hier, um die Karte mit Biodiesel-Tankstellen in Deutschland zu öffnen.

http://www.poibase.com/poi/biodiesel-tankstellen-deutschland/

Warum ist es wichtig, Biodiesel zu tanken?

Fossile Kraftstoffe sind endlich und gehen in Zukunft zur Neige. Daher ist es wichtig, alternative Kraftstoffe zu entwickeln. Es gibt aber auch noch andere Gründe, Biodiesel zu verwenden. Da die benötigten Rohstoffe in der eigenen Region vorhanden sind, verringert sich die Abhängigkeit von instabilen Ölförderländern.

Was geschieht, wenn Biodiesel in den Boden sickert oder ins Wasser gelangt?

Wenn Biodiesel in das Wasser oder den Boden gelangt, wird er auf natürliche Weise zersetzt und stellt für die Umwelt keine Gefährdung dar. In verschiedenen Ländern wird aus diesem Grund in der Forstwirtschaft schon heute nur noch Biodiesel verwendet und basieren auch die Schmiermittel auf Rapsöl.

Wie verhält es sich mit dem „schwarzen Dieselruß“?
Wie erst kürzlich in den Nachrichten wieder zu hören war, beabsichtigt der Staat, die so genannten Rußemissionen von Diesel (wie bei Lkws und Bussen) zu verringern.

Die Rußbildung bei Dieselmotoren ist oft eine Folge einer schlechten Motoreinstellung. Tankt man jedoch Biodiesel, am besten reinen Biodiesel, lässt sich eine wirklich spürbare Verringerung dieses Phänomens erreichen. Denn dadurch werden die so genannten Rußemissionen (Schwarzrauch) erheblich reduziert – eine der positiven Eigenschaften von Biodiesel.

Wie hoch ist der Schwefelgehalt in Biodiesel?
Biodiesel enthält fast 0 % Schwefel und leistet damit auch einen großen Beitrag zur Reduzierung der heutigen Schwefelemissionen durch normalen Dieselkraftstoff.

Ist Biodiesel teurer als fossiler Diesel?

Der Biodieselpreis ist an die Rohstoffpreise gekoppelt. Dies sind größtenteils Landwirtschaftsprodukte, bei denen die Ernten und Preise variieren. Ob Biodiesel teurer als fossiler Dieselkraftstoff ist, hängt auch vom Erdölpreis ab. Dieser Preis dürfte in den kommenden Jahren stark steigen. Dann ist Biodiesel auch aus Kostensicht eine überlegte Alternative.

Ist Biodiesel gefährlich?

Nein, Biodiesel ist als nicht gefährlicher Stoff eingestuft, ist nicht giftig, biologisch abbaubar und dank seines Flammpunktes, der über 120 °C liegt, nicht feuergefährlich.

Gibt es Beispiele von Erfahrungen mit Biodiesel?

Hier finden Sie Praxisbeispiele aus den Niederlanden.

Fördert der Staat die Verwendung von Biodiesel?

Nein, nicht finanziell. Der Staat verpflichtet die Mineralölgesellschaften, Dieselkraftstoff Biodiesel beizumischen. Dies ist eine Folge europäischer Entscheidungen auf Basis der Norm EN 590. Der beizumischende Biodieselanteil ist ein fester Prozentsatz, der sich jährlich ändern kann. 2010 beträgt der Beimischungsanteil von Biodiesel in den Niederlanden 4 Prozent. In Deutschland, Österreich und Frankreich geht er in Richtung 7 Prozent. Sunoil Biodiesel ist der Auffassung, dass dieser Anteil problemlos auf 20 % angehoben werden könnte. Bei einem größeren Anteil ist es wichtig, dass der Automobilhersteller das Auto dafür zugelassen hat.

Welche Position hat Biodiesel beim Thema Nachhaltigkeit?

Biokraftstoffe sind nachhaltiger als fossile Kraftstoffe. Sie werden aus pflanzlichen Rohstoffen (Biomasse) mit einem kurzen Kohlenstoffkreislauf gewonnen. Das bedeutet, dass diese Pflanzen der Luft CO2 entziehen, das bei der Verbrennung wieder freigesetzt wird. Bei der Verbrennung fossiler Kraftstoffe, die aus Steinkohle, Erdöl und Erdgas gewonnen werden, wird CO2 freigesetzt, das vor Jahrtausenden entstanden ist. Dieses freigesetzte CO2 erhöht den normalen CO2-Gehalt der Atmosphäre und beschleunigt dadurch den Treibhauseffekt.

Welche Politik verfolgen die Niederlande im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Biodiesel?

Nähere Auskünfte über die Entwicklungen in der niederländischen Politik sind auf der Website von SenterNovem, einer Technologieagentur unter dem Schirm des niederländischen Wirtschaftsministeriums, zu finden.

Gibt es Nachhaltigkeitskriterien?

Ja, und sie sind gut konzipiert. Beispielsweise das CO2-Tool von SenterNovem, einer Technologieagentur unter dem Schirm des niederländischen Wirtschaftsministeriums. Mit diesem Instrument lassen sich die Treibhausemissionen der Produktion aus Biomasse berechnen. Daneben hat ein niederländischer Regierungsausschuss (Commissie Cramer) im Jahre 2006 Kriterien aufgestellt, die nachhaltige Energie im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen im Hinblick auf die Reduzierung der CO2-Emissionen erfüllen muss.

Welchen Beitrag leistet Biodiesel zur Verringerung der CO2-Emissionen?

Bei Berücksichtigung der gesamten Kette vom Anbau über Transport bis hin zur Verarbeitung werden die Emissionen mit jedem Liter Biodiesel um 2,2 kg CO2 verringert. Auf Basis des von Ecofys und CE im Auftrag von SenterNovem entworfenen Berechnungstools ist dies eine CO2-Reduzierung um ca. 40 Prozent. Dieser Prozentsatz kann, abhängig vom verarbeiteten Rohstoff, unterschiedlich ausfallen.